Goetheanistische Gestaltungsart:

Dass zwei verschieden große Flächen ihre sie voneinander unterscheidende Dynamik in einer sie voneinander trennenden Linie definieren.
Die Linie gestaltet sich entsprechend der Beziehung der beiden Flächen zueinander.
Die so gestaltete Linie ist also deshalb nicht willkürlich weil sie Ausdruck vorhandener aber nicht sichtbarer Dynamik ist.
Das Besondere also ist einerseits dass Verborgenes sich in Sichtbarem ausdrückt und andererseits dass dem so sichtbar Gewordenen mit den Mitteln der Metamorphose unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten gegeben sind.
Gerade Strassen sind nur pragmatisch. Der unter verschiedenen Einflüssen langsam entstehende Trampelpfad tendiert dagegen immer zu leichten Krümmungen, diese sind aber noch amorphe Gestaltung während goetheanistische Art bewusst Zeichen und Antworten aus dem Beziehungsfeld von Umraum und Zweck zu setzen gewohnt ist.
Meine eigenen Arbeiten bedienen sich allerdings gerader Linien weil so der Strahlencharakter des Lichtes artspezifisch den freundschaftlichen Bezug zum umgebenden Raum sucht.
Gerade Linien und ebene Flächen in der Architektur sind andererseits eine Grundvorausetzung des Bauens schlechthin. Sie dienen überall, auch in goetheanistischer Art, der Orientierung im Raum und dem Gleichgewichtssinn.
Und wozu goetheanistische Gestaltungsart?
Für die Seele die tönen möchte im Raum.
Goetheanistische Sichtweise beschränkt sich natürlich nicht nur auf ihre Art designerischer Gestaltung.
Christoph Dutschke
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